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Der Pilger Kamanita
img img Der Pilger Kamanita img Chapter 2 DIE BEGEGNUNG

Chapter 2 DIE BEGEGNUNG

eim ersten Hause, dessen Wand bl?ulich zwischen den Gartenb?umen hervorschimmerte, gedachte der Erhabene vorzusprechen. Wie er sich nun aber der Tür n?hern wollte, wurde er ein Netz gewahr, das auf einen Ast geh?ngt war. Und der Erhabene schritt fürbass, das Haus des Vogelstellers verschm?hend.

An diesem ?u?eren Rande des Ortes waren die H?user sp?rlich verstreut, auch hatte dort unl?ngst eine Feuersbrunst gewütet, und so dauerte es denn eine Weile, bis er wieder an eine menschliche Wohnung kam. Es war dies das Geh?ft eines wohlhabenden Brahmanen. Der Erhabene war schon zum Tor hereingetreten, da h?rte er, wie drinnen die beiden Frauen des Brahmanen keiften, mit lauten schreienden Stimmen sich zankten und sich gegenseitig mit groben Schimpfworten bewarfen. Und der Erhabene wendete sich um, trat wieder zum Torwege hinaus und schritt fürba?.

Der Lustgarten jenes reichen Brahmanen erstreckte sich weithin den Weg entlang. Der Erhabene begann schon Müdigkeit zu spüren, und sein rechter Fu?, von einem scharfen Stein verletzt, schmerzte ihn im Weiterschreiten. So n?herte er sich endlich dem n?chsten Wohnhause, das schon von weitem sichtbar war; denn heller Lichtschimmer str?mte quer über den Weg durch das Gitter der Fensterl?den und die offenstehende Tür. W?re aber auch ein Blinder gekommen, so h?tte er doch das Haus bemerkt, denn übermütiges Lachen, Becherklang, Stampfen tanzender Fü?e und lieblich heitere T?ne der siebensaitigen Vina drangen ins Freie heraus; an den Türpfosten gelehnt aber stand ein sch?nes M?dchen in reichem Seidengewand und mit Jasmingewinden behangen. Lachend ihre vom Betelkauen roten Z?hne zeigend, lud sie den Wanderer ein: "Tritt herein, Fremder! Hier wohnt die Freude."

Und der Erhabene schritt fürba?, seines Wortes gedenkend: "Als Weinen gilt im Orden der Heiligen das Singen; als Tollsein gilt im Orden der Heiligen der Tanz; als kindisch gilt im Orden der Heiligen das Z?hnezeigen zur Unzeit, das Lachen: Genüg' euch in Wahrheit Entzückten das L?cheln des l?chelnden Blickes."

Das Nachbarhaus war nicht weit entfernt, aber der L?rm der Zecher und der Vinaspieler drang bis dahin, und so ging der Buddha weiter bis zum n?chsten Hause. Neben diesem waren aber zwei Metzgergesellen beim letzten Schimmer des Tageslichtes eifrig am Werk, eine soeben geschlachtete Kuh mit scharfen Messern zu zerlegen.

Und der Erhabene schritt an der Wohnung des Schl?chters vorüber.

Vor dem n?chsten Hause standen viele Schüsseln und N?pfe aus frischem Ton, die Ausbeute einer rechtschaffenen Tagesarbeit; unter einer Tamarinde befand sich das T?pferrad, und der Hafner l?ste gerade eine Schüssel davon ab und trug sie zu den anderen.

Der Erhabene trat zum Hafner hin, begrü?te ihn h?flich und sagte:

"Wenn es dir, Abk?mmling Bhagas, nicht ungelegen ist, bleibe ich über Nacht in deinem Vorsaale."

"Es ist mir, o Herr, nicht ungelegen. Doch ist soeben ein Pilger angekommen, müde von einer langen Wanderung. Und er hat schon sein Lager hier aufgeschlagen. Wenn es ihm recht ist, m?gest du bleiben, o Herr, nach Belieben."

Und der Erhabene überlegte sich: "Einsamkeit freilich ist der beste Gef?hrte. Aber dieser liebe Pilger ist hier sp?t angekommen, wie ich selber, müde von einer langen Wanderung. Und er ist an den H?usern unreiner, blutiger Gewerbe vorbeigegangen, ist an dem Hause des Zankes und des geh?ssigen Streits und an dem Hause des L?rms und der unwürdigen Freuden vorübergeschritten, um erst hier beim Hafner einzukehren. Mit einem solchen Manne zusammen kann man die Nacht verbringen."

So trat denn der Erhabene in die Vorhalle ein, wo er einen jungen Mann von edlen Gesichtszügen gewahr wurde, der in der einen Ecke auf einer Matte sa?.

"Wenn es dir, Pilger, nicht ungelegen ist," sprach der Erhabene zu ihm, "bleibe ich über Nacht hier im Vorsaale."

"Ger?umig, Bruder, ist der Vorsaal des Hafners; bleibe der Ehrwürdige nach Belieben."

Da breitete nun der Erhabene an der einen Wand die Strohmatte hin und setzte sich nieder, die Beine gekreuzt, den K?rper gerade aufgerichtet, in heiliges Sinnen versunken. Und der Erhabene brachte die ersten Stunden der Nacht sitzend zu. Und auch der junge Pilger brachte die ersten Stunden der Nacht sitzend zu.

Da gedachte denn der Erhabene bei sich: "Ob wohl dieser edle Sohn fr?hlich beflissen ist?--Wie, wenn ich ihn nun darum fragte?"

Und der Erhabene wandte sich also an den jungen Pilger:

"Weshalb, o Pilger, bist du in die Heimatlosigkeit gegangen?"

Der junge Pilger antwortete:

"Nur ein paar Nachtstunden sind vergangen. Wohlan, wenn mir der Ehrwürdige seine Aufmerksamkeit schenken will, werde ich erz?hlen, weshalb ich in die Heimatlosigkeit gegangen bin."

Der Erhabene gab durch freundliches Kopfnicken sein Einverst?ndnis zu erkennen, und der junge Pilger hub zu erz?hlen an.

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